headerpic
headerpic-sm
Dagmar Haegele, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Therapiezentrum Villa Ankerraum, Mülbergerstr. 31, 73728 Esslingen, 0171-8397196, info@blick-punkt-wechsel.de
Dagmar Haegele, Heilpraktikerin für Psychotherapie, Therapiezentrum Villa Ankerraum, Mülbergerstr. 31, 73728 Esslingen, 0171-8397196, info@blick-punkt-wechsel.de

Buchtipp: IRVIN YALOM: Existenzielle Psychotherapie
Eigentlich sind alle Bücher des amerikanischen Psychiaters lesenswert. Der überaus spannende und auch aus therapeutischer Sicht hochinteressante Roman Die rote Couch ist wohl sein bekanntestes. In Die Liebe und ihr Henker berichtet er humorvoll und selbstkritisch über seine eigene therapeutische Praxis. Yalom fasst hier im Vorwort zusammen, was in seinem Grundlagenwerk Existenzielle Psychotherapie genauer unter die Lupe genommen wird:

Die Existenzielle Psychotherapie bezeichnet als die Grundängste jedes Menschen:
 Die Angst vor dem Tod,
 die Freiheit, unser Leben selbst zu bestimmen,
 unsere letztendliche Isolation
 und die Frage nach dem Lebenssinn.

(Ein Ansatz, der natürlich für die Therapie Konsequenzen hat und mehr Einwirkungsmöglichkeiten bietet als die Sicht des Menschen als von seinen Instinkten getrieben.)

Das 600 Seiten starke Fachbuch ist ebenso flüssig geschrieben wie die Romane und auch für Laien leicht verständlich. Dazu tragen die lebendigen Berichte wissenschaftlicher Untersuchungen und mehr noch die vielen Fallbeispiele bei, in denen die Theorie stets und präzise auf ihre Glaubwürdigkeit abgeprüft wird. Und die natürlich auch verdeutlichen, wie die Praxis auf ein theoretisches Denkgerüst einwirkt.

Die vielen Querverweise und die philosophischen, psychologischen, und literarischen Bezüge machen Yaloms Verortung in der existenziellen Philosophie deutlich, und ich habe so richtig Lust bekommen, das Ganze weiter zu vertiefen bzw. „alte Bekannte“ erneut zu lesen. (Als nächstes liegen Rollo May und die Tagebücher von Camus bereit.)

Yaloms Buch bietet viele Anregungen zur (weiteren) Selbsterforschung. So begreife ich durch die Lektüre des Kapitels über die Entwicklung des Todesbegriffes wichtige Traumerlebnisse aus meiner frühen Kindheit im Zusammenhang mit dem Tod meiner Großeltern besser.

Die Freude am Lesen wird durch die bisweilen holprige Übersetzung etwas getrübt. Deswegen: Lieber das englische Original lesen. (Existential Psychotherapy)